Ein Baby zu erwarten, ist für die zukünftigen Eltern eine besonders spannende und herausfordernde Zeit. Besonders, wenn die Frau zum ersten Mal schwanger ist. Das Leben ist im Umbruch, es tauchen eine Reihe von Fragen auf. Der Umgang mit dieser besonderen Lebensphase gestaltet sich für Mann und Frau oft sehr unterschiedlich.
Die werdende Mutter ist naturgemäß mitten im Geschehen. Sie ist diejenige, in deren Körper der neue Mensch wächst. Schon bei Kontrolluntersuchungen oder im Geburtsvorbereitungskurs lernt sie andere Schwangere kennen, teilt ihre Hoffnungen und Sorgen. Oft gibt es auch Verwandte und Freundinnen, die schon geboren haben und aus dieser Erfahrung heraus an der Schwangerschaft der jungen Frau entsprechend Anteil nehmen. Und natürlich die Hebamme. All das stärkt die werdende Mutter, macht ihr Mut, liefert ihr Informationen und die Möglichkeit, zu besprechen, was ihr in dieser besonderen Zeit durch den Kopf geht und was sich gerade in ihrem Körper abspielt. Werdende Väter empfinden sich in dieser Zeit dagegen oftmals eher in der Rolle eines „Zuschauers“. Sie wissen zwar, dass da ihr Baby im Bauch heranwächst - aber es ist eben noch nicht sichtbar auf der Welt. Sie können es noch nicht in den Armen halten, und sind auch sonst nicht direkt körperlich involviert. Sie gehen weiter ihrer Arbeit nach; äußerlich ist bei ihnen alles wie immer. Dabei wirft die Tatsache, demnächst Vater zu sein, auch bei ihnen Fragen, Hoffnungen, Zweifel auf, die einen Platz zum Ausdrücken und Klären brauchen. Ein gemeinsam besuchter Geburtsvorbereitungskurs ist hier eine gute Möglichkeit. Man trifft Gleichgesinnte, kann sich – auch von Mann zu Mann - austauschen und bekommt wertvolle Informationen. Vielen Männern fällt es auch wesentlich leichter, ihre Fragen und eventuellen Besorgnisse in diesem inhaltlich klar definierten Rahmen vorzubringen, als das Thema privat bei ihren Freunden vom Zaun zu brechen.