Ein harter Werdegang
Zahnärzten wird ja gerne nachgesagt, dass sie eher einen lockeren Beruf haben. Wenn sie einmal in der eigenen Praxis ordinieren, ist es tatsächlich so, dass man sich die Zeit recht großzügig einteilen kann, öfter einmal Urlaub nehmen und Termine verschieben kann. Allerdings dauert es meist auch einige Zeit bis man sich eine solche Position erarbeitet hat.
Mittlerweile gibt es ja Zugangsbeschränkunge n zum Medizinstudium, sodass man sich allein die Aufnahme zum Studium hart erkämpfen muss und dabei jede Menge Mitbewerber auszustechen hat. Dazu sollte man natürlich auch noch eine renommierte Hochschule besuchen, um später auch adäquate Jobaussichten zu haben, wobei dies in Österreich eher noch weniger problematisch ist.
Das Studium selbst gilt auch nicht gerade als ein leichtes und zusätzlich muss man sich durchbeißen und auch einiges lernen, das man im späteren Beruf wenig bis gar nicht brauchen wird. Außerdem sollten auch die Noten selbst gut sein, nicht nur, um später bei Bewerbungen gut dazustehen, sondern auch, um sämtliche Kurse belegen zu können, die man zum Abschluss benötigt sowie um für Praktika zugelassen zu werden.
Kann man sich dann endlich auf die Zahnmedizin spezialisieren, bleibt selbstverständlich der Noten- und Erfolgsdruck aufrecht.
Doch auch nach dem Studienabschluss muss man erst einmal Erfahrung und Reputation sammeln, meist im ambulanten, krankenhäuslichen Betrieb und auch hier ist das Lernen freilich noch nicht zu Ende.
Hat man sich dann irgendwann genug Können und Wissen erarbeitet, kann man vielleicht schon eine Praxis eröffnen, jedoch bedarf es dazu auch erheblicher Finanzmittel und mit der Selbstständigkeit ist eben auch ein großes eigenes wirtschaftliches Risiko verbunden.
Erst wenn man sich auf diesem harten Weg etabliert und sich eine gewisse Klientel verschafft hat, kommt man tatsächlich in die anfänglich beschriebenen Vorzüge.
Angesichts dieser Strapazen darf man vielleicht doch nicht allzu undifferenziert vom einfachen Leben als Zahnarzt reden.